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Von Sinn nur wenig Sinnvolles

publish18. Dezember 2019

Pressemitteilung von S4F München zum Weihnachtsvortrag „Wie retten wir das Klima – und wie nicht?“ von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn am 16. Dezember in der Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München

Professor Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München a.D., gilt als Koryphäe der Wirtschaftswissenschaft. Wir, Münchner Wissenschaftler*innen aus diversen Disziplinen, sind hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität seiner Aussagen skeptisch und haben sie einem Faktencheck unterzogen, den wir Ihnen beiliegend übermitteln.

Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Erderwärmung auf 1,5 bis maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem Beginn des Industriezeitalters begrenzt werden muss, um nicht Gefahr zu laufen, dass weite Teile der Erde unbewohnbar werden. Es ist ebenso Konsens, dass dazu die Emissionen von Treibhausgasen innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre drastisch gesenkt werden müssen. Und es ist ein im Pariser Übereinkommen von 2015 festgehaltener globaler politischer Konsens, dass entsprechend zu handeln ist.

Es herrscht darüber hinaus ein weitgehendes wissenschaftliches und politisches Einvernehmen, dass zur Bekämpfung der Klimakrise die Energieversorgung zu 100% auf erneuerbare Energien umgestellt werden muss.

Prof. Sinn sieht all dies offensichtlich anders, und stellt damit sogar in IPCC-Berichten, also auf global höchster Ebene festgehaltene Fakten in Frage. Er belächelt die Erneuerbaren und plädiert stattdessen für die Weiternutzung der Kernenergie.Bedauerlicherweise stützt sich Prof. Sinn in großem Umfang auf falsche, veraltete oder tendenziöse Berechnungen. Die von ihm vorgeschlagenen Lösungen existieren vielfach nur als Prototypen oder noch gar nicht.

Zwei der wenigen Lichtblicke in Sinns langem Vortrag bleiben eine „Koalition der Willigen“ aus Nationen, die beim Klimaschutz vorangehen, sowie ansatzweise sinnvolle Vorschläge zum Schutz des Waldes.Herr Prof. Sinn mag in der Vergangenheit respektable Forschung in der Ökonomie betrieben haben, heute legt er nur eine zu großen Teilen fehlerhafte Einzelmeinung dar – mit unwissenschaftlicher Methodik.
Wir als Scientists for Future, die sich – abgesehen vom Berufsethos – einer ausgewogenen fachlichen Beurteilung verschrieben haben, können uns nur weit von den Aussagen des Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn distanzieren.

Pressekontakt: Dr. Miriam Noa // 0176 22 64 69 35 // presse@s4f-muenchen.de

Die Stellungnahme:

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